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Vom schönen Verweilen – Kunstarche zeigt Pflanzen in Werken Wiesbadener Maler und Holzobjejekte von Werner Eberle

Mittwoch, 12. Juli 2017

Wiesbadener Tagblatt


Wiesbadener Tagblatt Feuilleton 12.Juli,2017

Von Volker Milch

WIESBADEN. Gartenfreunde haben gerade viel damit zu
tun den Wildwuchs zu bändigen. Der Sommer lässt es heftig Grünen und
Blühen. Und manche Augenfreude ist schon am nächsten Tag verblüht. „Ein
Verweile doch!“ wird von den Pflanzen leider nicht gehört.

Zum Glück gibt es da die Kunst: Die Verewigung
flüchtiger Schönheit  des Floralen hat sie sich schon immer gerne
gewidmet. Auch in Wiesbaden, wo jetzt die Kunstarche unter dem Titel
„Sie wachsen, blühen und vergehen nicht“ eine reizvolle Ausstellung mit
Pflanzenbildern Wiesbadener Malerinnen und Maler zeigt. Dabei wird
stilistisch ein breites Spektum zwischen klassischem Veilchenmotiv und
abstraktem Farbenspiel abgedeckt.

Ein buntes Thema in vielen Variationen

Zu den interessantesten Variationendes des Themas
gehöhrt das „Liegende Blatt mit Schatten“ von Albrecht Graupner. Das
Transistorische des Themas erfasst der 1996 gestorbene Künstler mit
elegantem Schwung und einer Farbpalette, die das Grün auf dem Weg zum
herbstlichen Braun und zum Grauschwarz des Verfalls zeigt.

Üppige Blütenpracht strahlt dagegen Renate Reiferts
„Fee Amaryllis“ aus, die in ihren roten Blütenkelch schauen lässt.
Bürgerlich gebändigt erscheint das erotische Potential der Blumen
hingegen in manchen Vasenbildern und auch in einem melancholischen
Fensterbild von Arnold Gorski. Der 1935 geborene Künstler erweist sich
auch in seiner Sommerblumenpracht als Virtuose der Farbe. Auch Gerda
Stryi und Christa Moering sind mit reizvollen Exponaten vertreten.

Felicitas Reusch, 1.Vorsitzende der Kunstarche,
hatte sich zum fünfjährigen Bestehen ihres den Nachlass hiesiger
Künstler bewahrenden Vereins ein „festliches Thema“ gewünscht, wie sie
beim Rundgang sagt: „Blumen begleiten uns immer, wenn es intensiv wird
im Leben.“

Intensiv ist die Pflanzen-Ausstellung mit über 60
Expponaten allein schon in ihrer Fülle. Dabei sind Pflanzen nicht nur
als Abbild, sondern wie in den Collagen von Brigitte Pega, auch als
Relikt präsent. Pega arbeitet mit großen Catalpablättern im
Spannungsfeld von Aquarell und Kreide. Konkret wird die Natur auch in
rund 80 Holzobjekten von Werner Eberle. Sie zeigen eine enorme
Bandbreite im Umgang mit diesem lebendigen Material, das zu Gefäßen
gedrechselt wird, die den Blick buchstäblich in sich hineinziehen.


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