Pressespiegel

Kunstarche zeigt die Ausstellung „Die Welt ist Farbe II“

Mittwoch, 18. Februar 2015

Wiesbadener Tagblatt


Wiesbadener Tagblatt Kultur vor Ort 18.02.2015 
Von Brigitta Lamparth

WIESBADEN – Was für Farben: Der Besucher der Wiesbadener Kunstarche (Im Rad 42) kann derzeit förmlich eintauchen in leuchtendes Kolorit. Mit dem zweiten Teil des 2014 erstmals mit abstrakten Farbwelten umgesetzten Ausstellungsthemas „Die Welt der Farbe“ liefert die aktuelle Schau jene, die sich noch auf Gegenständliches beziehen. Und sei es auch nur von Ferne.

„Ich nehme den Gegenstand als Mittel zum Zweck, um die Farben sprechen zu lassen“, sagt beispielsweise Bettina Gelhard-Reeh. Sie hat den zweiten Teil der Ausstellung organisiert – und schafft dabei viele Querbezüge: „Ausgehend von Hölzel als Urvater gibt es hier ein enges Geflecht.“ Zahlreiche Schüler-Lehrer-Verhältnisse lassen sich auch in den Arbeiten ablesen, die dennoch autark für sich stehen können. Und: Die meisten der Schüler hatten ein besonderes Faible fürs südliche Licht.

Bettina Gelhard-Reeh hat fünf Jahre in Kalifornien gelebt. Ihre an der Grenze zur Abstraktion stehenden Bilder mit ihren starken, gut ausbalancierten Farben lassen das von Ferne anklingen.

Helmut Bernhards eigenwillige Arbeiten erzählen in ihren an den Formenreichtum südamerikanischer Kulturen erinnernden Chiffren von seinem Leben in Peru. Vincent Weber, für viele der hier repräsentierten Maler eine Vaterfigur, hat sich vorzugsweise von der Sonne Italiens inspirieren lassen. In Uwe Städtlers flächigen, gewagten, dabei traumwandlerisch sicheren Farbklängen kann man das Licht Andalusiens erahnen. Und in den Bildern von Robert Preyer, jenen so delikat und elegant geschichteten Dekors, bei denen man sofort an Matisse denkt, wirken noch seine Impressionen von Griechenland nach.

Was davon in der nächsten Maler-Generation weiter Bestand hat, sieht man exemplarisch an Heidi Bastians neuen Werken: Die Preyer-Schülerin greift auf ihre ganz eigene Weise das Spiel mit dem Vor und Dahinter auf und formuliert daraus einen originären Bildkosmos mit viel räumlicher Tiefe. Als Solitär kommt auch Michael Apitz in diese Runde: Die großformatigen Rhein-Landschaften dieses begabten Malers zählen aber unbedingt dazu – sicher changierend zwischen Durchgestaltung und freiem Spiel der Farbe. Heinz Rudi Müllers fein abgestufte Kompositionen, Brigitte Zanders expressionistisch geprägte Landschaften, Roland Winklers kristalline Landschafts-Architektur – es gibt viel zu entdecken in dieser Schau, mit der die Kunstarche sich einmal mehr als beachtenswerter Ausstellungsort auch über Wiesbaden hinaus empfiehlt. Natürlich dürfen auch Werke der Wiesbadener Ehrenbürgerin Christa Moering hier nicht fehlen. Ihr und ihrem Oeuvre gilt das nächste Augenmerk der Kunstarche: Am 17. April um 19 Uhr wird hier ihr Werkverzeichnis vorgestellt.


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