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JUBILÄUM Seit fünf Jahren Kunstarche – Zuta-Erben wollen Nachlass übergeben

Mittwoch, 10. Mai 2017

Wiesbadener Kurier


Wiesbadener Kurier 10.05.2017

Von Ulrike Brandenburg

WIESBADEN Der Aufgabenbereich der Wiesbadener
Kunstarche wächst immer weiter. Zu ihrem fünf jährigem Bestehen umfasst
die Künstlerliste bereits 55 Namen. Sogar der Berliner Expressionist
Conrad Felixmüller (1897-1977) ist genannt, dazu der früh verstorbene
Vorreiter der deutschen Konzeptkunst, Peter Roehr (1944-1968), und die
Generationen prägende, einem erzählenden Konstruktivismus verpflichtete
Bilderbuchillustratorin Lieselotte Schwarz (1930-2003).

Mitbegründer der freien Kunstschule

Auch ein wichtiger Vertreter der unter anderem von
Fritz Winter, Willi Baumeister und Max Ackermann repräsentierten so
genannten Malerei der Inneren Emigration, der Wahlwiesbadener Otto
Ritschl (1885-1976), zählt dazu. Darüber hinaus finden sich auch die
Namen von besonders aktiv auf die Stadt bezogenen Künstlern.

Nachdem Kunstarche und Artothek bereits über
einzelne Werke des Wiesbadener Malers, Verlegers, Lehrers und Galeristen
Paul Zuta (1921-2008) verfügen, signalisieren die Erben nun Interesse
an der Übergabe des noch unaufgearbeiteten Nachlasses. Der in Ungarn
geborene Zuta, der als Mitglied der englischen Armee in Rom die Malerei
für sich entdeckte, nach Kriegsende jedoch zunächst nach Israel
zurückkehrte, führte bis 1995 die sehr gut besuchte Galerie Zuta im
Herzen der Wiesbadener Altstadt. Paul Zuta  gilt neben Wiesbadens
Ehrenbürgerin Christa Moering (1916-2013) und dem späteren Leiter
Wolfgang Becker (1930-2008) als Mitbegründer der Wiesbadener Freien
Kunstschule.

Bereits Anfang März war die Wiesbadener Kunstarche
an der Gründung  des so genannten Bundesverbandes Künstlernachlässe
(BKN), einem Zusammmenschluss von neun regionalen
Künstlernachlassinitiativen, beteiligt. Das BKN-Netzwerk, zu dessen
Mitgliedern etwa das von Gora Jain geleitete Forum für Künstlernachlässe
in Hamburg und die Lüneburger Sparkassenstiftung zählen, hat sich die
Anerkennung regionaler Künstlernachlässe inklusive Schriftgut als
nationales Kulturerbe, die Einbindung von Künstlernachlässen in Lehre
und Forschung und die kontinuierliche Förderung durch Bund und Länder
zum Ziel gesetzt.

Die Kunstarche Wiesbaden gibt unter dem Reihenmotto
„Kunstgeschichte Wiesbaden“ Künstlerinterviews, Erinnerungsberichte und
Datensammlungen heraus. Den Auftakt bildet das Buch „Skulpturengarten
Wolf Spemann“ jener Band eins der Katalogreihe enthält auch ein
Interview mit dem titelgebenden Bildhauer und Initiator der Kunstarche.
Es folgt der „Werkkatalog Christa Moering“, die Künstlerin kam übrigens
der Heirat mit dem hiesigen Abstrakten Alo Altripp (1906-1991) wegen
nach Wiesbaden. Nach Band drei (Arnold Gorski: In den Kulissen) erschien
2016 das jüngste Buch „Die Werkkunstschule Wiesbaden 1949-1970: Die
legendäre Talentschmiede“, das Biografien und Abbildungen damaliger
Schülerarbeiten umfasst.


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