Pressespiegel

Rückkehr nach Wiesbaden – Max Bollwage vertraut der „Kunstarche“ eine Auswahl seiner Grafiken an

Freitag, 1. März 2013

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Quelle: https://kunstarche-wiesbaden.org/pressespiegel-archiv.html#a1612


01.03.2013 – WIESBADEN
Von Marianne Kreikenbom

 Der Besucherandrang war groß, als am Mittwochabend im Wiesbadener Stadtarchiv die Ausstellung mit Arbeiten des Grafikdesigners Max Bollwage eröffnet wurde. Anlass war die Übergabe einer Auswahl seiner Arbeiten aus den 1950er Jahren an den vor zwei Jahren gegründeten Verein „Kunstarche Wiesbaden“. Der 1927 in Offenburg geborene Künstler war anwesend und hatte es sich auch nicht nehmen lassen, die Einladungskarte höchstpersönlich zu gestalten. Gelernt ist gelernt und das perfekt.

Sinn und Zweck des Vereins Kunstarche bestehe darin, qualitätvolle Werke regionaler Provenienz zu entdecken, zu sichern und zu bewahren und sie in Ausstellungen einem größeren Publikum zu erschließen, erklärte Kulturdezernentin Rose-Lore Scholz. Es handle sich um eine Ausstellung, die sich zwischen Kunst und Stadtgeschichte bewege, darin bestehe ihr besonderer Reiz, meinte Dr. Brigitte Streich vom Stadtarchiv, dem Kooperationspartner der Kunstarche.

Jugend- und Kriegsjahre hatte Max Bollwage in Berlin verbracht. Nach dem Abitur in Hildesheim begann er sein Studium an der dortigen Werkkunstschule und setzte es in Hannover bei Friedrich Heinrichsen und in Wiesbaden bei Johannes Boehland fort. In seiner Einführung in die Ausstellung sprach Professor Reiner Wiesemes von der Hochschule Rhein-Main über die Bedeutung der Werkkunstschulen und skizzierte den Werdegang des leidenschaftlichen Grafikers und Schriftgestalters Bollwage. Er schätze dessen natürliche Souveränität, den Stolz, die Fähigkeit zur Ironie und die Offenheit. Die eigene Begabung als Verpflichtung zu verstehen, sei heutigen Studenten nur noch schwer zu vermitteln, meinte Wiesemes.

Geliebte Vielfalt

Selbst in diesen ausgestellten frühen Arbeiten spiegeln sich neben der Begabung auch die Liebe zur Unabhängigkeit und zur Freiheit des Gestaltens in unterschiedlichen Genres und Materialien. Gezeigt wird die Vielseitigkeit schon des jungen Bollwage, der sich unmittelbar nach seinem Studium im fast unzerstörten Wiesbaden der Wirtschaftswunderjahre seine Auftraggeber sucht und sie zahlreich auch findet. Er gestaltet Faltblätter wie das mit dem Programm der Maifestspiele 1952 und Bücher für den Brockhausverlag, entwirft Plakate und Buchumschläge, arbeitet für namhafte Firmen wie Henkell & Co., für die Musikverlage B. Schott & Söhne in Mainz sowie Breitkopf & Härtel oder Ahn & Simrok in Wiesbaden und für den damals in Wiesbaden neu beheimateten Krausskopf-Verlag aus Berlin.

Seine Plakate haben Witz und Charme. Seine freien und mit leichter Hand gezeichneten Aquarelle illustrieren den Zauber der südlichen Landschaften erster Auslandsreisen. Er habe in seiner Wiesbadener Zeit alles Mögliche gemacht, erklärte Max Bollwage mit besagtem ironischen Unterton und fügte hinzu: „Der Aufwand war gering und noch geringer das Honorar.“

Gestaunt habe sie, wie gepflegt und geordnet ihr Max Bollwage seine Arbeiten für die Kunstarche übergeben habe, alles frisch und gut erhalten in Farbe und Papier, berichtete Felicitas Reusch, die Vorsitzende des Vereins und Organisatorin der Ausstellung.


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