Wiesbadener Kurier Kultur 20.11.2014
Von Ulrike Brandenburg
Wiesbaden. Die Vorweihnachtszeit ist Shoppingtime
und bietet damit die Möglichkeit, Geld auch sinnvoll zu investieren, in
Kunst zum Beispiel. Eine neue Gelegenheit hierfür hat die Wiesbadener
Kunstarche geschaffen. Gegründet, um die Nachlässe der Wiesbadener
Künstlerinnen und Künstler zu bewahren, erlaubt die Vereinssatzung auch
den Verkauf von Werken – finanziert sich der Verein aus den 102
Mitgliedsbeträgen von 3400 Euro pro Jahr und aus Spenden. Die Stadt
Wiesbaden stellt der Kunstarche Räume inklusive der Nebenkosten zur
Verfügung. Damit ist der Bedarf nicht gedeckt. Telefon- und
Internetanschluss wollen bezahlt sein. Es fallen Werbekosten an.
Transporte müssen organisiert werden. Rahmungen und Restaurierungen
wollen durchgeführt sein. Außerdem macht der Verein seine Bestände über
Publikationen bekannt. Die Selbstfinanzierung bleibt eine
Herausforderung. Zumal der Bestand an Kunstwerken kontinuierlich
anwächst. Aktuell hat Johannes Ludwig 40 Gemälde, Aquarelle und Grafiken
in den Schutz der Arche gegeben. Ein Teil dieser hochsubtilen Arbeiten
kann erworben werden. Ludwigs Ölgemälde sind von hoher handwerklicher
und inhaltlicher Qualität. Es fasziniert wie der Künstler die
semi-kubistische Landschaftsauffassung eines Paul Klee weiterdenkt,
indem er aus der Zusammenführung der Themen von Licht und Geometrie im
Prismatischen emotional aufgeladene psychologisch interpretierbare
Dynamiken entwickelt. Das zweite größere, in der Ausstellung gezeigte
Gemäldekonvolut stammt aus dem Nachlass von K.H.Buch (1901 bis 1988).
Buch bevorzugt den an Cézsanne geschulten, graufarbigen Lichtraum, in
die Dinge der Welt hineingestellt sind, als seien sie eine jederzeit
eine widerruf bare Setzung. Mit der Illustration hat sich Heiner
Rothfuchs (1913 – 2000)befasst. Der Charme dieser Arbeiten kann nicht
nur erlebt, sondern auch für 70 Euro pro Zeichnung erworben werden.
Dazu kommen die Grafiken von Dieter Kliesch und Peter Lörincz, Aquarelle
von Roland Winkler eine Keramikarbeit von Horst Panknin und, last not
least, sehr reizende Reiseaquarelle von Christa Moering (1916-2013). Ein
vorweihnachtlicher Besuch in der Kunstarche lohnt sich also. Zum Gucken
und Genießen allemal, und wer dann noch einkaufen möchte, den erwartet
vom Ölgemälde bis zur Skizze wertige Kunst zu freundlichen Preisen.
