Wiesbadener Kurier Kultur 10.6.2016
Von Brigitta Lamparth
WIESBADEN. Spanien – für viele nach wie vor ein sonnenverwöhntes Sehnsuchtsland. Auch
für Wiesbadener Künstler: Viele suchten und fanden unter dem südlichen
Licht ihre speziellen Farben. Eine Auswahl dieser Arbeiten zeigt jetzt
die Kunstarche in der aktuellen Schau „Spanien“. Ausgangspunkt war nicht
nur der Wunsch nach einer Sommerschau, sondern die Tatsache dass die
Kunstarche (beim Stadtarchiv, Im Rad 42) den gesamten Nachlass von KH
Buch übernommen hat. Er hatte eine Ferienwohnung Guardamar del Segura –
und kehrte zurück mit Inspirationen für verlassene Dörfer und einsame
Buchten. Seine oft reliefhaft aufgewühlten Oberflächen entstanden durch Sand- und Textilbeigaben, charakteristisch für die „Gruppe Real“.
Kritik
an einer düsteren spanischen Tradition formulierte Felix Hamsvaar in
den 80ern mit seinen engagierten Bildern über die Corrida, malerisch
exquisit, mit ungewöhnlichen Kompositionen. Spanische Häuserfassaden und
Vegetationen sind von Erika Kohlhöfer-Hammesfahr zu sehen. In Tusche
bannt István Szász die Costa Brava auf Papier, und Renate von Christens
feine Beobachtungen des bäuerlichen Lebens fügen eine naive Note bei.
Eine Tonplastik von ihr bezieht sich auf Garcia Lorca.
Eine
für sie ganz typische Prozession auf Ibiza ist von Christa Moering zu
sehen. Fast karikaturesk eine pfiffige „Frau mit Fächer“ von Heiner
Rothfuchs.
Wunderbar
ausgeruhte Blätter findet man in der Schau auch von Peter Lörincz:
Seine Radierungen zum Thema „Goya in Zaragossa“ mit Architekturzitaten
sind ungeheuer präzise, geistreich, und technisch bravourös.
